Die Grundsteinlegung von Napalm Death machten 1982 Civil Defence. Das war eine Punk-Band die von Nick Bullen (Stimme) und Miles Ratledge (Schlagzeug) in Birmingham ins Leben gerufen worden ist.
Sie gründeten Napalm Death, die bis heute als die Väter des Grindcore gelten.
Bei Napalm Death gibt es keine blödsinnigen Horrortexte oder Death Metal-Klischees, sondern Texte mit politischen und sozialen Inhalten.
Diese Band ist in musikalischer Hinsicht für beinahe jegliche neuere Stilrichtung beeinflussend gewesen. Sei es nun im Gitarrenbereich (z.B.: Death Metal, Free Jazz) oder im elektronischen (z.B.: Ambient, Techno).
Einige personelle Wechsel hat die Band im laufe der Jahre hinter sich gebracht, aber
keineswegs musikalisch darunter gelitten. Bei Napalm Death spielten, und spielen
Musiker mit, die früher oder später bei Bands wie Cathedral, Extreme Noise Terror,
Terrorizer, Painkiller, Defecation, Techno Animal, Meethook Seed,
Scorn, Godflesh, Carcass, Righteous Pigs, Lock Up,
Benediction, Venomous Concept, Brujeria, Unseen Terror und anderen Gruppen aktiv waren oder sind.
Im August 1986 wurde die erste Seite der LP mit dem Titel Scum (Abschaum), unter der Besetzung Mick Harris (Schlagzeug), Nick Bullen (Bass) und Justin Broadrick (Gitarre) aufgenommen. Im Mai 1987 wurde die zweite Seite in völlig anderer Besetzung eingespielt. Mit dabei waren Lee Dorrian (Stimme), Jim Whitely (Bass), Bill Steer (Gitarre), und der einzige Mann der von der vorherigen Besetzung übrig geblieben war, Mick Harris (Schlagzeug).
Mit diesem Lärm konnte kein Punk und kein Hardcore mithalten. Nun gab es für alle Liebhaber des Extremen die ultimative Musikform.
Nachdem ich mir dieses Album gekauft, und meinen Kumpels vorgespielt hatte, trafen mich zunächst einmal absolut verständnislose Blicke. Aber das war vollkommen egal. Endlich mal eine Band die eine Grenze überschritt, woran man vorher nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Brutales Gitarrengemetzel, ein sagenhaftes Schlagzeugtempo und unartikuliertes Gegrunze. So etwas hatte es vorher noch nicht gegeben. Auch die Länge mancher Stücke von anderthalb Sekunden war jenseits jeder Norm.
Innerhalb weniger Wochen kletterte Scum auf den dritten Platz der britischen Indie-Charts. Napalm Death ließen keine Gelegenheit aus, sich politisch zu äußern und an Veranstaltungen gegen den aufkeimenden Neofaschismus teilzunehmen.
John Peel holte die Band im September 1987 und im März 1988 zu zwei BBC-Sessions ins Studio.
1988 wurde Jim Whitely durch Shane Embury ersetzt, und Napalm Death spielten ihr zweites Album From Enslavement To Obliteration ein.
Für das 1990 aufgenommene Album Harmony Corruption wurde die Besetzung wieder völlig umgekrempelt. Mark "Barney" Greenway erledigt von nun an das Geschrei und den meisten Teil an Texterei für die Band. Die beiden Amerikaner Mitch Harris und Jesse Pintado übernahmen die Arbeit an den Gitarren.
Als Mick Harris, das letztes Bandmitglied der ersten Stunde, Napalm Death verließ, kam 1992 für das Album Utopia Banished der Amerikaner Danny Herrera dazu.
1995 begann es erneut bei Napalm Death zu kriseln. Greenway wurde, warum auch immer, gefeuert. Als Neuer stellte sich mitte 1996 Phil Vane von Optimum Wound Profile vor. Doch wurden sie mit ihm nicht richtig warm, und Greenway kehrte, während einer Studiosession zum Album Inside The Torn Apart, 1997 zur Band zurück.
Das 2005er Album The Code Is Red … Long Live The Code weist schon wieder eine
personelle Änderung auf. Jesse Pintado hat nun die Band verlassen, und Napalm Death sind
auf ein Quartett geschrumpft. Einige Gastmusiker sind auf diesem Album mit vertreten, wie
Jello Biafra, Jamey Jasta von Hatebreed und Ex-Carcass-Schreihals Jeff Walker.
Auf der Bühne spielt das Quartett auch ohne Pintado und die ganzen Gastsänger immer noch
einen Erste-Sahne-Grindcore.
Am 27. August 2006 starb Jesse Pintado mit 37 Jahren in Holland an den Folgen eines diabetischen Komas.
Zuvor jedoch hat er noch zusammen mit dem Schlagzeuger von
Morbid Angel Pete Sandoval, dem Bassisten und Gitarristen Tony Norman
(ebenfalls von Morbid Angel) und dem Sänger von Resistant Culture
Anthony Rezhawk nach 17 Jahren ein zweites Terrorizer - Album
("darker days ahead") aufgenommen.
Earache Records hat in Erinnerung an den Musiker einen Sampler mit Songs
seiner beiden Bands ins Netz gestellt, den man sich kostenlos herunterladen kann.
» In Memory Of Jesse Pintado - Sampler «

